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Neues Projekt, um Menschen in Wohnraum zu bringen: Housing First
Das Projekt Housing First wird an sechs Standorten in Baden-Württemberg umgesetzt. Der Einrichtungsverbund DORNAHOF ist dabei. Am 14.03.2024 fand in Stuttgart eine Landespressekonferenz und als Auftaktveranstaltung das erste Vernetzungstreffen statt. Ab jetzt trifft sich die Gruppe der sechs teilnehmenden Standorte Herrenberg, Esslingen am Neckar, Gemeindeverwaltungsverband Mittleres Schussental (DORNAHOF), Reutlingen, Freiburg im Breisgau und Heidelberg für die Housing First Modellprojekte zwei Mal jährlich zum Austausch in Stuttgart.
Foto: Walter Böttiger Ministerialrat, Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg
Es gibt Menschen in verfestigter Wohnungslosigkeit mit sehr komplexen Problemen, die keinen Wohnraum finden, obwohl es im Landkreis Ravensburg vielfältige betreute und sozialtherapeutisch begleitete Wohnformen gibt. Hier kann das Projekt Housing First sich als Schlüssel erweisen, um die Wohnraumversorgung für diese Personen zu verbessern.
Der Einrichtungsverbund DORNAHOF hat zum Ende des Jahres 2023 den Förderzuschlag eines auf drei Jahre angelegten Projekts durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg und der Vektor Stiftung erhalten. Das Projekt erfolgt in Kooperation mit der Arkade e.V. im Gebiet des Gemeindeverwaltungsverbands Mittleres Schussental (GMS). Ziel ist, die Lebenssituation von wohnungslosen Menschen in der Region, die bisher nicht erreicht wurden, zu verbessern und der Abwärtsspirale von sozial und strukturell benachteiligten Menschen somit entgegenzuwirken. Housing First soll Teil eines kommunalen Gesamtkonzepts zur Überwindung von Wohnungslosigkeit werden. Eine erste Aufgabe von Housing First ist, wohnungslose Menschen in mietvertraglich abgesicherten Wohnraum zu vermitteln und diesen weitere Unterstützungsangebote zu unterbreiten – deren Annahme aber auf Freiwilligkeit beruht und nicht an den Erhalt des Wohnraums gekoppelt ist. Housing First ist in verschiedenen europäischen Städten sowie in den USA mittlerweile erprobt und etabliert und sorgt dafür, dass auch eine Vielzahl von Menschen in verfestigter Obdachlosigkeit Wohnraum finden und, was entscheidend ist, ihn zu einem Großteil auch langfristig zu behalten.
Die Menschen brauchen Wahl- und Entscheidungsfreiheit. Und ein Mix aus kommunalen Akteuren erleichtert das Finden von Wohnraum. Das sind zwei Erkenntnisse, die in die Aufgabenbeschreibung für das Projekt Housing First Mittleres Schussental miteinfließen: Wohnraum für die Zielgruppe finden, sichern und Akteure zu vernetzen. Gleichzeitig bleibt, so der Plan, der DORNAHOF dann für Vermieter Ansprechpartner. Denn man weiß auch, dass mit einem sicheren Ansprechpartner die Hemmschwelle sinkt, Wohnraum an Menschen in Obdachlosigkeit zu vermieten. Das Wohnen wiederum kann dann für die Menschen ein Schlüssel sein, um weitere Themen ihres Lebens in Angriff zu nehmen. Bei der Projektumsetzung wird sich der Einrichtungsverbund DORNAHOF an den acht Grundprinzipien orientieren, die der Begründer von Housing First, Dr. Sam Tsemberis, beschrieben hat. Bei der Erprobung dieses für die Region neuen Ansatzes hoffen die Projektverantwortlichen auf die Unterstützung von Kommunalpolitik, Wohnraumwirtschaft und Netzwerkpartnern. Durch das Projekt soll das Konzept Housing First ein Teil eines kommunalen Gesamtkonzepts zur Überwindung von Wohnungslosigkeit werden. Das Projekt ist dem Geschäftsbereich 2.4 zugeordnet, Projektleiter ist Julius-Alexander Rottach. Die für das Projekt tätigen Sozialarbeiter*innen werden von Arkade und DORNAHOF jeweils paritätisch eingestellt.
Hier noch ein Link zur weiteren Berichterstattung: Housing First